„Es liegt mir sehr daran, Ihnen für den Film zu danken, den Sie über meinen langjährigen Weggefährten und inzwischen Freund Gerhart Baum gedreht haben. Ich habe den Film als eine verdiente Würdigung eines bedeutenden Liberalen unserer Zeit empfunden. Menschlich sind Sie ihm in der einfühlsamen Gestaltung des Filmes sehr nahe gekommen, ohne dass darunter die Aussagekraft des streitbaren Liberalen gelitten hätte. Alles in allem, wenn Sie mir die Bemerkung erlauben: Ein Meisterwerk, zu dem ich Ihnen gratuliere und über das ich mich um Gerhart Baums Willen sehr gefreut habe.″

Hans-Dietrich Genscher, Bundesminister des Inneren und des Auswärtigen a.D.

„Ein schöner Film!″

Heribert Prantl, Süddeutsche Zeitung

„Nach dem Krieg kämpfte Baum schon als junges FDP-Mitglied in den eigenen Reihen. Wie kaum eine andere Partei hat die FDP in der Geschichte der Bundesrepublik ihren Charakter verändert. Baum hat alle Phasen miterlebt: nationalliberal, sozialliberal, wirtschaftsliberal – so zeigt der Film auch, wie schillernd der Begriff ‚Freiheit’ war und ist.″

Markus Krämer, Sächsische Zeitung

„Das ist ein genialer Film, der mich nicht nur berührt sondern dessen beiläufige Botschaft mich erregt [...] Er scheint mir eines der ganz wenigen Beispiele zu sein für einen - bei aller Lebendigkeit zugleich undramatischen und deshalb umso mehr alarmierenden Aufruf - für den es hoffentlich nicht schon zu spät ist - und der dem gleichsam umfassend entgegenwirken könnte, was ich schlampig ‚Verblödung’ nenne: die kollektive Gelähmtheit gegenüber den entmündigenden geistfeindlichen Mechanismen um uns und ihre Flucht in die kommerziell nutzbare Verdrängung. Umfassend, weil die deutsche Geschichte intensiv einbeziehend, ich kenne keine aufrüttelndere Sensibilisierung. Wird der Begriff ‚Freiheit’ in den Schulen überhaupt reflektiert? Und natürlich: welch ein intensiv geladenes Leben. Bettina Ehrhardt hat ein Meisterwerk geschaffen – ich kann nur staunen.″

Helmut Lachenmann, Komponist

„[...] Ein bemerkenswert lohnender Rückblick auf das Leben dieses Gerhart Baum. Der nicht zulassen will bis heute, dass die Liberalen verdrängen, dass sie einst mit Willy Brandt angetreten sind, um ‚mehr Demokratie zu wagen.’ Der heute selbstkritisch einräumt, der Weg zur ökologischen und sozialen Marktwirtschaft sei von seiner Partei zu früh verlassen worden. Der heute selbstkritisch auf die schwerste Zeit seines politischen Lebens zurückblickt, als die FDP die sozialliberale Koalition 1982 platzen ließ und Helmut Kohl an die Macht hievte. War dies die Sache wert? Baum lässt seine Zweifel daran bis heute ungeschönt erkennen. Das war Verrat am Freiburger Programm. Und dennoch im Rückblick auf sein gesamtes politisches Leben sagt: ‚Es war die Sache wert.″ Bettina Ehrhardts Film weckt Sehnsüchte: Wo ist diese FDP geblieben, die sich ansozialen Liberalismus nicht mehr zu erinnern mag. Die zur Zahnarztpartei mutiert ist. Sich nur noch an materiellen Zielen orientiert. Am Ende stellt sich die Frage: die Baums gibt es noch, seine FDP nicht mehr. Warum? [...]″

Hans Peter Schütz, stern.de

„In Dresden beginnt und endet Bettina Ehrhardts Dokumentarfilm ‚Wir wollten die Republik verändern – der Liberale Gerhart Baum’. Hier wuchs er auf, bis die Familie die Bombennacht vom 13. Februar 1945 zur Flucht nach Oberbayern zwang. Hierher kehrt er jedes Jahr am besagten Datum zurück, um an Zerstörung und Leid, aber auch die Kriegsschuld der Deutschen zu erinnern. Dezidiert porträtiert Ehrhardts Film den FDP-Politiker und ehemaligen Innenminister als einen Zeitgenossen, dessen Biografie durch die historische Erfahrung des Nationalsozialismus geprägt ist: Mit Schaudern erinnert sich Baum, in welchem Maße die Nachkriegs-FDP des Erich Mende von ehemaligen Nazis durchsetzt war. Dagegen hat er rebelliert. Die Treue zur Partei und gleichzeitig sich selbst kritisch treu zu bleiben – dieses Spannungverhältnis zieht sich durch Baums Leben. Als ihn nach Genschers Wende zur CDU linksliberale Parteifreunde drängen, auf Distanz zu den Liberalen zu gehen, entscheidet er sich anders. Günter Verheugen ging zur SPD, Baum blieb. Bis heute geißelt er die Neigung vieler FDP-Granden, den Begriff der Freiheit auf die Freiheit des Geldverdienens zu reduzieren. Ehrhardts Film ist nicht allein das Porträt eines eigenwilligen Politikers, der auch als Rechtsanwalt in Köln häufig politische Themen etwa im Zusammenhang mit den Menschenrechten aufgriff. Ihre Dokumentation ist auch ein prägnantes Stück Zeitgeschichte über die Bundesrepublik Deutschland.″

Frank Olbert, Kölner Stadt-Anzeiger