HILDEGARD HAMM-BRÜCHER

Hildegard Hamm-Brücher engagierte sich für mehr als ein halbes Jahrhundert in der FDP. 1921 in Essen geboren, wurde sie im Jahre 1948 über ihre Kandidatur für den Münchener Stadtrat auf die Liste der FDP Bayern gewählt. Sie war von 1976 bis 1982 Staatsministerin im Auswärtigen Amt und kandidierte 1994 für das Bundespräsidentenamt. Einer der Schwerpunkte ihres politischen Wirkens war die Bildungspolitik. Bekannt geworden ist sie als engagierte, unabhängige Politikerin, die in öffentlichen Auftritte die Verwirklichung von Demokratie und die Einhaltung der Menschenrechte auch in der Bundesrepublik Deutschland einforderte. Große Beachtung fand ihre Bundestags-Rede vom 1. Oktober 1982 anlässlich des Misstrauensvotums gegen Bundeskanzler Helmut Schmidt, in der sie sich gegen eine Wahl von Helmut Kohl zum Bundeskanzler oder, wie sie es formulierte, „eines Machtwechsels ohne Wählervotum" und stattdessen für Neuwahlen aussprach. Am 22. September 2002 trat sie nach 54 Jahren Mitgliedschaft aus der FDP aus. Sie begründete dies mit der „Annäherung der FDP an die antiisraelischen und einseitig propalästinensischen Positionen des Herrn Möllemann". Neben der Stiftung eines Förderpreises für Demokratie stiftet Hamm-Brücher auch den „Münchner Bürgerpreis gegen Vergessen – für Demokratie" zur Erinnerung an die Herrschaft der Nationalsozialisten und zur Stärkung der Demokratie. Der mit insgesamt 5000 Euro dotierte Preis wird in der Regel alle zwei Jahre vergeben, erstmals am 9. Mai 2011 anlässlich ihres 90. Geburtstags.