HANS-DIETRICH GENSCHER

Hans-Dietrich Genscher wurde am 21. März 1927 in Reideburg, Saalkreis geboren. Nach dem Krieg studierte er Rechtswissenschaft und Volkswirtschaft in Halle an der Saale und war zunächst Mitglied der LDP, der liberalen Partei der DDR. Nach seiner Flucht aus der DDR, trat er 1952 in die FDP ein und wurde bereits zwei Jahre später zum stellvertretenden Landesvorsitzenden der Jungdemokraten in Bremen gewählt. Genscher war von 1969 bis 1974 Bundesminister des Innern sowie von 1974 bis 1992 fast ununterbrochen Bundesminister des Auswärtigen und Stellvertreter des Bundeskanzlers der Bundesrepublik Deutschland. Von 1974 bis 1985 war er außerdem Bundesvorsitzender der FDP. Nach der Bundestagswahl 1969 war Genscher maßgeblich an der Bildung der sozialliberalen Koalition beteiligt und wurde am 22. Oktober 1969 als Bundesinnenminister in die von Bundeskanzler Willy Brandt geführte Bundesregierung berufen. Nach Brandts Rücktritt 1974 wurde er unter Helmut Schmidt Außenminister und Vizekanzler. Obwohl die sozialliberale Koalition bei der Bundestagswahl 1980 bestätigt worden war, trat er für Koalitionsverhandlungen mit der CDU/CSU ein und unterstützte das konstruktive Misstrauensvotum gegen Schmidt. 1992 trat Genscher auf eigenen Wunsch als Außenminister und Vizekanzler zurück. Sieben Jahre später nahm er seine anwaltliche Tätigkeit wieder auf. Der Ehrenvorsitzende der FDP lebt in Wachtberg in der Nähe von Bonn.